
Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Shortform zu „Humankind“ von Rutger Bregman. Shortform die weltweit besten Zusammenfassungen und Analysen von Büchern, die Sie lesen sollten.
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Wofür ist Thomas Hobbes bekannt? Wie haben Hobbes’ Ansichten die moderne Moralphilosophie beeinflusst?
Thomas Hobbes war ein englischer Philosoph, der im 17. Jahrhundert lebte und einen bedeutenden Einfluss auf die moderne Philosophie ausübte. Nach Thomas Hobbes ist die menschliche Natur von Natur aus grausam und egoistisch, und der einzige Weg, die bösen Triebe der Menschheit zu zügeln, ist die Macht.
So hat Hobbes’ Philosophie die heutige Gesellschaftsordnung beeinflusst.
Thomas Hobbes: Die Zivilisation zügelt die bösen Instinkte des Menschen
Laut Thomas Hobbes ist die menschliche Natur von Natur aus egoistisch und von Machtstreben getrieben. Vor der Entstehung der Zivilisation, so Hobbes, führte dieser Egoismus zu Anarchie: Jeder strebte nach Macht für sich selbst, was zu einem totalen Krieg führte. In seinem berühmtesten Werk, „Leviathan“ ( 1651), argumentierte Hobbes, dass der einzige Weg, dieser Anarchie entgegenzuwirken, darin bestehe, unsere Freiheit an einen mächtigen Herrscher abzugeben, den er den „Leviathan“ nannte. Seiner Ansicht nach würde der Leviathan die Ordnung aufrechterhalten, indem er dafür sorgte, dass die niederen Instinkte der Menschen nicht an die Oberfläche drangen.
(Shortform : Hobbes’ Sicht auf die menschliche Natur – und seine Angst vor Anarchie und Krieg –entspringen seinen Lebenserfahrungen. Er verfasste „Leviathan“ während einer Zeit des Bürgerkriegs in England. Auf der einen Seite standen die Royalisten, die den regierenden, aber unpopulären König Karl I. und dessen Anspruch auf absolute, von Gott gegebene Macht unterstützten. Auf der anderen Seite standen die Parlamentarier, die wollten, dass das gewählte Parlament die Regierung kontrolliert. Im Jahr 1649, zwei Jahre bevor Hobbes „Leviathan“ veröffentlichte, richteten die Parlamentarier König Karl I. hin. Hobbes befürchtete, dass die Absetzung Karls zu völliger Anarchie führen würde, daher seine Behauptung, dass nur ein mächtiger Souverän Krieg verhindern könne.)
Laut Bregman bildet Hobbes’ Denken die Grundlage der westlichen Gesellschaft. Wie wir später in diesem Leitfaden noch näher erläutern werden, prägt die Vorstellung, dass Menschen von Natur aus egoistische Wesen sind, die einer starken Führung bedürfen, bis heute Theorien zur Strafjustiz, zum Management und zur Staatsführung.
Hobbes’ Die Psychologie des Überzeugens die westliche Gesellschaft: Die Sozialvertragstheorie
Wie Bregman feststellt, prägt Hobbes’ Philosophie unsere Gesellschaft bis heute. Dies geschieht unter anderem durch Hobbes’ Einführung der Sozialvertragstheorie, die die philosophische Grundlage für viele moderne Regierungsformen bildet. Hier folgt eine kurze Zusammenfassung darüber, was die Sozialvertragstheorie ist, wie sie sich entwickelt hat und warum sie für die westliche Gesellschaft so wichtig ist.
Die Sozialvertragstheorie besagt, dass die Bürger einer Gesellschaft eine Vereinbarung treffen müssen – sei sie nun real oder imaginär –, in der die Pflichten jedes Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft festgelegt sind. Wie Bregman darlegt, sah Hobbes den Sozialvertrag wie folgt: Die Bürger erklären sich bereit, ihre Freiheit zugunsten eines absoluten Herrschers (des Leviathan) aufzugeben, im Austausch für Sicherheit und Frieden.
Während Hobbes’ Version des Gesellschaftsvertrags relativ konservativ war, bauten spätere Philosophen wie John Locke auf seinem Werk auf. Lockes Weiterentwicklung von Hobbes’ Gesellschaftsvertrag legte den Grundstein für die westliche Demokratie. Während Hobbes der Ansicht war, dass die einzige Verantwortung einer Regierung gegenüber ihren Bürgern darin bestehe, Sicherheit und Frieden zu gewährleisten, vertrat Locke die Auffassung, dass die Regierung, sobald die Bürger durch einen Gesellschaftsvertrag eine Gesellschaft gegründet hätten, nicht nur verpflichtet sei, für ihre Sicherheit zu sorgen, sondern auch ihre Rechte zu schützen. Zu diesen Rechten gehörte das Recht, eine Legislative zu wählen.
Sollte dieser Schutz der Rechte nicht gewährleistet sein, so Locke, habe die Regierung den Gesellschaftsvertrag gebrochen, und die Bürger hätten das Recht, zu rebellieren. Die damals radikale Vorstellung, dass die Bürger die Regierung lenken sollten, prägte die Entwicklung der frühen Demokratien, darunter auch die der Vereinigten Staaten, nachhaltig.
---Ende der Vorschau---
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Das erwartet Sie in unserer vollständigen Zusammenfassung von „Humankind“ :
- Warum Menschen im Grunde gut und nicht böse sind
- Inwiefern das Stanford-Gefängnis-Experiment irreführend war
- Wie aktuelle Studien die „Killer-Affen-Theorie“ widerlegt haben
